Adventure Camp 7
Pfadfinder beim Bergfest
Feste muss man feiern, wie sie fallen! Und wenn man schon mal feiert, dann darf manauchruhig feste feiern! – Das ließen sich die Teilnehmer des siebten Adventure Camps nicht zweimal sagen: Kaum ein Hügel war für die Gruppe zu klein, um auf dem Gipfel ein zünftiges Bergfest zu feiern, als alle mit dem Fahrrad oben angekommen waren. So dauerte die Radtour zum Zeltplatz in Benninghausen an der Lippe zwar etwas länger, doch die gute Stimmung war gleich zuBeginn des Adventure Camps garantiert und schließlich gilt in einem Abenteuer-Zeltlager eineWahrheit ganz besonders: Der Weg ist das Ziel…
Schließlich ging aber für die 14 Camp-Teilnehmer auch der schönste Weg zu Ende und die Gruppe erreichte am Mittag des 23. Augusts den ersehnten Campingplatz unmittelbar am Ufer der Lippe.
Entstanden ist die Idee des Adventure Camps vor acht Jahren in einer Gruppe junger Omis. Das erklärte Ziel lautete damals: Die Messdiener sollten mehr mit den Oberministranten unternehmen und ein Zeltlager für Jugendliche veranstalten – und etwas abenteuerlich durfte das Wochenende auch gerne werden.
Ganz im Sinne dieser Tradition bot das Programm auch in diesem Jahr jede Menge Sport, Spaß und Abenteuer für die Omis. Vom einigen Regenschauern und Temperaturen um 18 Grad gänzlich unbeeindruckt zogen die Messdiener Badesachen und Schwimmwesten an, um zu einer Kanutour auf der Lippe aufzubrechen.
Trotz der guten Ratschläge von Tourleiter Michael vom örtlichen Kanuverleih dauerte es nicht lange, bis die erste Kanubesatzung kenterte und mitsamt Boot und Paddeln im kühlen Wasser der Lippe trieb. Doch die Schadenfreude derbislang Verschonten dauerte nicht allzu lange. Dennschließlich hat, wer einmal ins Wasser gefallen ist, nur noch wenig zu verlieren und kann mit einpaar waghalsigen Manövern auch andere zu einem unfreiwilligen Bad in der Lippe bewegen.
Der guten Stimmung schadete das allerdings nicht: Da (fast) alle wertvollen Utensilien trocken und sicher in entsprechenden Boxen verstaut waren, entwickelten sich schnell ausgelassene Wasserschlachten und auch Tourleiter Michael
(„Wer bei mir im Kanu mitfährt, wird erfahrungsgemäß nicht nass.“) und seine Bootsbesatzung beteiligten sich munter an dem feucht-fröhlichen Treiben. Eine Goldmedaille hätten die Camp-Teilnehmer für ihre Paddelkünste wohl nicht bekommen, aber schließlich ist ja der Weg das Ziel…
Nach drei Stunden hatte dann aber auch das letzte Kanu die Ausstiegsstelle erreicht und die meisten Camp-Teilnehmer sehnten sich nach einer heißen Dusche auf dem Zeltplatz. Dort hatte sich inderZwischenzeit eine Gruppe Pfadfinderausgebreitet, mit der die Oelder noch eine ganz besondere Freundschaft schließen sollten.
Zunächst aber gönnte sich die Gruppe nach den Anstrengungen von Fahrrad- und Kanutour eine Stärkung. Bald loderte im Grill ein stattliches Feuer und die Abenteurer ließen es sich an einem schmackhaften Grillbuffet gut gehen. Damit war das Abendprogramm eröffnet: In gemütlicher Runde saßen die Teilnehmer umein Lagerfeuer und verbrachten einen vergnüglichen Abend.
Am Sonntagmorgen war von den Regenwolken der vergangenen Nacht nichts mehr zu sehen, sodass einem ausgiebigen Frühstück auf dem sonnigen Campingplatz nichts im Wege stand. Anschließend nutzen die Waghalsigen unter den Teilnehmern noch einmal die Gunst der Stunde für ein paar mutige Sprünge in die Lippe.
Nachdem die Rechnung mit der verständnisvollenPlatzwartinbeglichen war („Normalerweise herrscht auf einem Campingplatz ab zehn Uhr Nachtruhe.“) ging es schließlich – mit deutlich weniger Bergfesten als auf dem Hinweg – wieder in Richtung Oelde.
Was haben die Teilnehmer gelernt?
Erstens: Der Begriff Bergfest ist ziemlich dehnbar, wenn es darum geht, einen Grund für eine Pause bei einer Radtour zu finden.
Zweitens: Die Strömung in der Lippe ist gar nicht so schwach ist, wie man meinen könnte, sodass es durchaus eine Herausforderung ist, ein gekentertes Kanu wieder fahrtauglich zu machen und mitten im Fluss einzusteigen, ohne das Boot sofort aufs Neue umzuwerfen. „Jetzt nur nicht an einen der Stahlträger unter Wasser stoßen…“
Drittens: Man sagt zwar, Pfadfinder sollten jeden Tag eine gut Tat vollbringen, doch was gut daran sein soll, seine morgens noch etwas angeschlagenen Campingplatz-Nachbarn mit kleinen Steinen zu bewerfen, wird wohl für immer Pfadfinder-Geheimnis bleiben.
Christian Jasper
Hier gehts zur Bildershow... (leider nur für Leiter zugänglich)
Fotograf: Christian Jasper  |