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Pastor Kemper
Interview

Herr Pastor Kemper, was war Ihre erste Reaktion, als Sie hörten, dass Sie nach Oelde wechseln sollten?
Pator KemperIch war überrascht; vor allem wegen des Zeitpunktes. Als ich im Februar von den Plänendes Bischofs hörte, hatte ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass ein Ortswechsel anstehen könnte. Gleichzeitig habe ich mich aber auch sehr gefreut, dass gerade Oelde mein neues Aufgabenfeld werden würde. Einzelne Oelder, die ich schon einmal getroffen hatte, waren mir immer sehr sympathisch gewesen.

1992 sind Sie zum Priester geweiht worden. Wieso?
Das war ein langer Weg. Ein spezielles Berufungserlebnis wir etwa Martin Luther hatte ich jedenfalls nicht. Prägend war für mich die Gemeindearbeit während meiner Jugendzeit. Ich hatte meinen Freundeskreis in der Gemeinde und habe Priester erlebt, die uns viele Freiräume gelassen, uns aber auch gut begleitet haben.
In Erinnerung geblieben ist mir zum Beispiel eine Altpapiersammlung, die wir damals für die Jugendarbeit veranstaltet haben. Dabei kam ich in die Wohnung einer älteren Frau, die angeblich etwas verwirrt sein sollte. Seit Jahren hatte sie alle ihre Zeitungen aufbewahrt, weil sie Angst hatte, mit ihrer auf der Zeitung aufgedruckten Adresse könne Schindluder getrieben werden. In der Wohnung stank es so, dass ich mich bald übergeben hätte.
Dass hinter einer normalen Hausfassade so ein blankes Elend herrschen kann, hat mich lange bewegt. Fest stand deswegen, dass ich beruflich etwas machen wollte, was Sinn macht. Ich hätte auch als Arzt oder Krankenpfleger arbeiten können, hatte aber den Eindruck, dass mich unser Schöpfer als Priester haben wollte. Das bin ich bis heute sehr gerne.

Waren Sie als Kind Messdiener?

Das vollständige Interview erscheint in der „Kasimir“-Ausgabe Nr. 99, die am 1. Advent, 28. November, erscheint.

 
      © 16. November 2010 by Michael Jasper