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Messdiener-WissenLiturgisches Lexikon
Dir kommen
immer mal wieder Begriffe im Gottesdienst unter, mit denen Du nichts anzufangen
weißt? Du möchtest dein Wissen etwas aufbessern? Du möchtest dich einfach mal
rückversichern, was bestimmte Ausdrücke bedeuten? Dann bist du hier genau
richtig. Im Lexikon
findest du Begrifflichkeiten rund um Liturgie und Ministranten. A
B
C D E
F
G H I
J
K L M N
O
P
Q
R S T
U
V W
X Y Z
A
Akolyth
(Akoluth). Ursprünglich oberste Stufe der "Niedrigen Weihen".
Der Akolyth hatte in Rom Diakon und Subdiakon zu unterstützen, vor allem bei
der Eucharistiefeier. Seine Aufgabe erfüllt jetzt zum Teil der Ministrant.
Durch päpstlichen Erlass (veröffentlicht am 14.09.1972) wurden die "Niedrigen
Weihen" durch die Dienstämter des Lektors und Akolythen ersetzt. Das
Amt des Akolyth erhält dadurch einen neuen Inhalt:
Albe
(lat. albus = weiß) Ein weißes, langes Untergewand, das der Priester unter dem
Messgewand trägt. Altar
(lat. adolere = verbrennen) In heidnischen Religionen und im Judentum Opferstätte
zur Verbrennung von Opfergaben. Für uns Christen ist der Altar der Tisch, auf
dem die Eucharistie gefeiert wird. Er ist Symbol für Christus. Als Zeichen der
Verbindung mit der ganzen Kirche sind in ihm meist Reliquien eingemauert, d.h.
Knochenteile eines Heiligen oder Dinge, die mit ihm in Berührung gekommen sind
(Kleidungsstücke,...). Ambo
(griech. = Lesepult) Der Ambo ist der Platz, von dem aus das Wort Gottes vom
Priester, Diakon oder Lektor verkündet wird. Aspergill
Das Aspergill wird zum Aussprengen des Weihwassers benutzt. Es wird von den
Messdienern bei bestimmten liturgischen Feiern z.B. bei Beerdigungen
bereitgehalten. BBuße Bezeichnet den Rückweg des Menschen zu Gott nach begangener Schuld. Sie hatte in der Urzeit der Kirche sogar die Form eines öffentliches Weges, der den Büßern die Teilnahme an der Eucharistiefeier untersagte. Dieser öffentliche Büßerstand vollzog sich in der Regel von Aschermittwoch bis Gründonnerstag. Heute ist die Buße reduziert auf die Einzelbeichte als Privatform. Dieses "Sakrament der Versöhnung" führt den Sünder nach Lehre der Kirche wieder in den ursprünglichen Zustand der Taufgnade zurück und erneuert - gleich der zwischenmenschlichen Versöhnung - die Beziehung zwischen Gott und Mensch. C
Chrisam
(=geweihtes Öl) Es ist das Öl, das für Taufe und Firmung verwendet wird und
dafür eigens vom Bischof am Gründonnerstag geweiht wird. Credo
(lat. = ich glaube) Credo ist die lateinische Bezeichnung für das
Glaubensbekenntnis. D
Diakon
(griech. = Diener) Er hat in der Messe bestimmte, den Priester unterstützende
Aufgaben. Er kann selbst die Feier der Taufe, der Trauung und der Beerdigung
leiten, sowie Wortgottesdiensten vorstehen. E
Einsetzungsworte
Als Einsetzungs- oder Konsekrationsworte bezeichnen wir die Worte Jesu, die er
beim letzten Abendmahl betend über die Gaben von Brot und Wein gesprochen hat.
Eingebettet in den Abendmahlsbericht lauten sie:
Eucharistie
(griech. = Danksagung) Als Eucharistie bezeichnet man die gewandelten Gaben von
Brot und Wein, den Leib und das Blut Christi. Da die Eucharistie immer der
zentrale Inhalt der Messe ist, nennt man die Messe auch Eucharistiefeier. Eucharistischer
Segen
Das ist der Segen mit der Monstranz. Evangelium
(griech. = frohe Botschaft) In unserer Bibel gibt es vier Evangelien, die über
Leben, Sterben und Auferstehen unseres Herrn Jesus Christus berichten. Die
Evangelien sind in einem längeren Prozess während des 1. Jahrhunderts n. Chr.
entstanden. Die Verfasser der Evangelien nennt man Evangelisten. Sie heißen:
Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. FG
Gloria
(lat. = Ehre) Alter Lobgesang, der im Gottesdienst an den Sonn- und Feiertagen
nach dem Kyrie gesungen wird und mit den Worten beginnt: "Gloria in
excelsis Deo" (Ehre sei Gott in der Höhe). Dieser Gesang entfällt in
der Advents- und Fastenzeit. H
Halleluja
(hebräisch = lobet den Herrn) Das Halleluja ist ein Lobruf, der stehend von der
ganzen Gemeinde gesungen wird. Homilie
lateinisch für die Predigt. I
Inzens
(lat. incendo = anzünden) Inzens einlegen heißt: Weihrauchkörner auf die glühende
Kohle im Weihrauchfass legen. Das Verbrennen von Weihrauch ist ein Zeichen der
Verehrung Gottes. Inzensiert werden: Altar, Kreuz, Gemeinde, Priester und die
Gaben von Brot und Wein. JK
Kaplan
(lat. = Hilfsgeistlicher) Bevor ein Geistlicher die Leitung einer eigenen
Gemeinde übernimmt, arbeitet er sich unter Anleitung eines Pfarrers als Kaplan
in die Seelsorge ein. Kollekte
(lat. = das Gesammelte) Geldsammlung für kirchliche Aufgaben. Korporale
(lat. corpus = Leib) Quadratisches Tuch auf dem Altar, auf das die Hostienschale
und der Kelch gestellt werden. Kredenz
So nennt man das Tischchen, auf dem Kelch, Schale, Wein und Wasser stehen. Kreuzzeichen
Das Kreuz ist ein dreifaches Symbol: Zeichen für Jesus, für Leid und Tod, für
den Christlichen Glauben. Mit dem Kreuzzeichen zeigt man, dass man mit Christus
in Verbindung steht, zu ihm gehört. Das Kreuzzeichen umfasst von Stirn zur
Brust und zu beiden Schultern den ganzen Menschen: Ich lasse mich ganz von
Christus in Besitz nehmen. Kyrie
(griech. Kyrios = der Herr) "Kyrie eleison" ist ein alter
griechischer Ruf, der übersetzt "Herr, erbarme dich" heißt. L
Lavabotuch
(lat. lavabo = waschen) Das Lavabotuch ist ein weißes Tuch, mit dem sich der
Priester nach der Händewaschung die Hände abtrocknet. Lektionar
Buch, in dem die Evangeliums- und Lesungstexte stehen, die im Gottesdienst
vorgetragen werden. Lektor
(lat. = Vorleser) Er hat die Aufgabe die Lesung und die Fürbitten vorzutragen. Liturgie (griech. = Dienst für das Volk) Der Gottesdienst wird auch Liturgie genannt. Dabei meint man alle Formen des Gottesdienstes, nicht nur die Messfeier. Die Liturgie schafft eine Verbindung von Gott und Mensch. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65 in Rom) spricht man sogar von einem Dialog von Gott und Mensch, der sich in der Feier der vielfältigen Liturgieformen vollzieht. Liturgische
Farben
In St. Johannes tragen die Messdiener in Gottesdiensten ohne besondere Prägung (Wochen im Jahreskreis) grüne Kordeln, zu allen Hochfesten wird rot getragen und in der Advents- und Fastenzeit sowie bei Begräbnissen tragen die Messdiener violette Kordeln. M
Märtyrer
(griech. = Zeuge) Mensch, der für seinen Glauben an Christus getötet wurde.
Erster Märtyrer war Stephanus. Ministrant
(lat. ministrare = dienen). Diener Gottes. Assistent des Priesters bei
liturgischen Feiern aller Art. Die Ministranten übernehmen nehmen den
Assistenz- auch Kommunikationsaufgaben und tragen so zum besseren Gelingen und
zur feierlichen Gestaltung der Gottesdienste bei (Akolyth). Monstranz
(lat. monstrare = zeigen) Zeigegerät für die große Hostie bei Prozessionen
(z.B. Fronleichnam), Aussetzung und sakramentalem Segen. Aus Ehrfurcht vor dem
Leib Christi ist die Monstranz meist kostbar gestaltet. N
Navikular
(lat. naviculum = Schiffchen). Der Navikular trägt das "Schiffchen",
das die Weihrauchkörner enthält. OOrnat Der Ornat ist die feierliche Amtstracht von Priestern. P
Patron
(lat. = Schutzherr) Mit der Namensgebung bei der Taufe sollte jedes Kind einen
Schutz- oder Namensheiligen erhalten, den Schutzpatron. Auch Kirchen werden auf
den Namen eines Heiligen geweiht. Er ist der Patron der Kirche oder
Pfarrgemeinde. Präfation
(lat. = Vorrede) Die Präfation ist die Einleitung zum Hochgebet. Sie ist ein
Lob- und Dankgebet. QR
Rauchfass
Gerät, in dem Weihrauch während des Gottesdienstes verbrannt wird. Rochett Das Rochett ist das weiße Obergewand der Messdiener bzw. der Priester und eine verkürzte Form der Albe. Es wird in der Regel über einem Talar getragen. S
Sanctus
(lat. = heilig) Das Sanctus ist ein biblischer Lobgesang, der sich an die Präfation
anschließt. Schiffchen
Ein kleines Gefäß, in dem die Weihrauchkörner aufbewahrt werden. Siehe auch
Navicular. Stola
(lat. = Schärpe) Früher Amtszeichen römischer Beamter, heute Amtszeichen von
Priester und Diakon. Der Priester trägt die Stola über beide Schultern, der
Diakon trägt die Stola schräg über die linke Schulter. Die Stola wird in
verschiedenen liturgischen Farben getragen. T
Tabernakel
(lat. = das Zelt) Der Tabernakel dient zur Aufbewahrung des eucharistischen
Brotes. Vor dem Tabernakel brennt das ewige Licht als Zeichen der Gegenwart
Gottes. Thuriferar
(lat) Rauchfassträger. UV
Velum
(lat. Hülle) Das Velum ist eine Art Schultertuch, das der Priester beim Tragen
der Monstranz umlegt. Es wird vor der Aussetzung des Allerheiligsten vom
Messdiener um die Schultern des Priesters gelegt. W
Weihrauch
Die durch Entzünden (lat. incensus) geeigneter Harze aufsteigende duftende
Rauchwolke. In den alten Mittelmeerkulturen weit verbreitet, vor allem bei der
Totenbestattung und zur häuslichen Desinfektion und Erfrischung. Der vermögende
Mann benutzte Räucherwerk und Duftstoffe auch im Alltag und ließ sich auf der
Straße eine Räucherpfanne voraustragen. So wurde Weihrauch Zeichen der Ehrung.
In Rom bürgerte sich der Brauch ein, beim feierlichen Einzug des Papstes und
bei sonstigen Prozessionen brennenden Weihrauch in einer Tragpfanne (Räucherpfanne
bzw. ein an Ketten hängendes verschließbares Gefäß, "Rauchfass")
vorauszutragen. Daraus entwickelte sich die Beräucherung (Inzens) des Altares
und des Kreuzes. Sie wird als Reinigung und Heiligung verstanden. Dieses Motiv führte
dazu, auch bei der Gabenbereitung zu inzensieren und damit bildlich aus dem
Alltagsbereich auszusondern und zu segnen. So wird bei feierlichen Segnungen
neben der Besprechung mit Weihwasser auch die Beräucherung angewandt. XYZ
Zingulum (lat. = Gürtel) Das Zingulum ist eine Kordel, die zum Zusammenstraffen der Alben dient.
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©
02.03.2006
by Michael Jasper |